PAULCHEN

Alle Dinge haben zwei Seiten

Alle Dinge haben zwei Seit­en:

vorn und hin­ten, schwarz und weiß, schön und klug, wahr und wirk­lich – um nur einige von der ein­facheren Art zu nen­nen. Doch es ist nicht immer so ein­fach. Während die eine Seite meist offen­sichtlich ist, wartet die andere im Ver­bor­ge­nen auf ihre Ent­deck­ung.

Meine Keramik­skulp­turen sind meist eck­ig, kantig, durch­dacht. Selb­st üppige Run­dun­gen wer­den von schar­fen Kan­ten gefasst – eine alte Vor­liebe für Geome­trie, in der Fra­gen mit weni­gen Dog­men beant­wortet wer­den kön­nen. Prak­tisch, aber vorherse­hbar.

PAULCHEN ist der Gegen­pol dazu:

skizzen­haft, grob, unprä­ten­tiös. Ein biss­chen toll­patschig, manch­mal unbe­holfen – mit all seinen Fehlern, den durcheinan­derg­er­ate­nen Kör­per­pro­por­tio­nen und viel zu großen Füßen. Aber hey, wen interessiert’s? Nobody’s per­fect! Wer etwas anderes behauptet, lügt.

Vol­lkom­men­heit beein­druckt, doch das Unper­fek­te berührt – vielle­icht, weil wir darin ein Stück von uns selb­st erken­nen? Ist das die ver­bor­gene Kehr­seite – die Befreiung vom per­ma­nen­ten Zwang zu Funk­tion und Erfolg? Schon möglich.

Die Zweiten haben’s oft in sich.